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Suche: Foto und Infos zum Panzerschiff SMS Arminius

Dieses Thema im Forum "Fotos und Ansichtskarten" wurde erstellt von Adebar, Juni 21, 2021.

  1. Adebar

    Adebar Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo,

    zu einer Petschaft des "Commandos" der SMS Arminius suche ich noch ein wenig input.
    In einem anderen Forum hatte ich schon einmal niedergeschrieben, was ich zu dem Monitor im Netz zusammensuchen konnte. Hier zur Ergänzung:

    Das ganz besondere an diesem Schiff ist, daß es das erste "moderne", deutsche Kriegsschiff war.

    Es wurde von der Preußischen Marine in England gekauft, da die Werften in Preußen / Deutschland damals solche Schiffe nicht fertigen konnten. Gebaut wurde es von der englischen Werft Samuda Brothers, der Stapellauf erfolgte am 20.August 1864, die Auslieferung an Preußen erfolgte jedoch durch politische Spannungen (den Deutsch-Dänische Krieg) erst am 22. April 1865.

    Nach dem Stapellauf vom 20.August 1864 war die Auslieferung eigentlich auf September vorgesehen. Durch den Ausbruch des zweiten Deutsch-Dänischen Krieges und den damit verbundenenm, politischen Spannungen zwischen Preußen und England, verzögerte sich die Auslieferung jedoch auf den 22. April 1865.

    Erste, militärische Einsätze hatte das Schiff im Preußisch-Deutschen Krieg. Hier war es hauptsächlich auf der Elbe und der Weser zur Bekämpfung von Küstenbatterien und der Forts des Königreichs Hannover eingesetzt.

    Nach dem Krieg kam das Schiff in das Nordseegeschwader des Norddeutschen Bundes.

    Im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 war die Arminius zur Bewachung der Wesermündung eingesetzt. Dort fand am 24. August 1870 ein Gefecht mit der französischen Panzerkorvette Atalante statt, was jedoch ohne Auswirkungen beendet wurde.

    Nach der Reichsgründung 1871 wurde die Arminius in die neue Kaiserliche deutsche Marine überführt. Es kam ab 1875 als Maschinistenschulschiff zum Einsatz, später dann als als Eisbrecher vor Kiel und Flensburg und fungierte als Tender beim Torpedo Versuchs- und Schulschiff Blücher.

    Die Weiterentwicklung der Marineschiffe war rasant, daher war die Arminius sehr schnell veraltet und war den neueren Kriegsschiffen bald unterlegen. Am 2. März 1901 wurde sie daher aus der Kaiserlichen Marine ausgemustert, verkauft und dann 1902 in Hamburg abgewrackt.

    Schiffsdaten

    Schiffstyp: Panzerschiff (Monitor)
    Kiellegung: 1863
    Stapellauf : 20. August 1864
    Bauwerft: Samuda Brothers bei Poplar
    Besatzung: 132 Mann
    Baukosten: umgerechnet 1,887 Mio Goldmark

    Technische Daten
    Wasserverdrängung: Konstruktion: 1653t, (nach Umbau: 1609 t), amtlich: 1725 t, Maximal: 1829 t
    Länge: KWL: 61,6 m, über alles: 63,21 m
    Breite: 10,9 m
    Tiefgang: 4,55 m
    Maschinenanlage: 4 Dampfkessel, 1 liegende, 2-Zylinder-Einfachexpansions-Dampfmaschine
    Anzahl der Schrauben: 1, zweiflügelig, Ø 3,96 m
    Leistung: 2.260 PSi
    Segel: Rahschoner
    Höchstgeschwindigkeit: 10 kn
    Fahrbereich: 2000 sm bei 8 kn
    Brennstoffvorrat: ca. 171 Tonnen Kohle

    Panzerung
    Gürtelpanzer: 114 mm, Seite: 76 mm
    Türme: 114 - 119 mm
    Kommandostand: 114 mm

    Bewaffnung
    Ringkanonen 21 cm L/19: 4
    Revolverkanonen: 4 (ab 1882)
    Torpedorohr Ø 35 cm : 1 über Wasser im Bug

    Kommandanten
    22. April 1865 bis 12. Juni 1865 KLStruben
    14. Mai 1866 bis 20. Oktober 1866 KKWerner, Reinhold
    28. September 1868 bis 15. November1868 KK Arendt
    19. Juli 1870 bis 27. April 1871 KKLivonius
    1. Mai 1872 bis 1. Oktober 1872 KL/KKv. Kall
    16. April 1873 bis 31. Mai 1873 KLHolzhauer, Heinrich
    17. März 1874 bis 16. Mai 1874 KK v.Kall
    15. März 1875 bis 31. Mai 1875 KL v.Zitzewitz, Günther.

    Leider finde ich nichts über die Kommandanten ab Mai 1875 bis zur Ausmusterung des Schiffes im Jahre 1901. Auch die Fotografien und Holzschnitte zu dem Schiff im Netz sind nur von sehr schlechter Qualität.

    Besitzt irgendwer eine halbwegs brauchbare Fotografie von der Arminius oder hat weitere Informationen als Ergänzung?

    Danke für etwaige Beiträge.

    Viele Grüße,
    Dierk
     

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  2. karli

    karli Sponsor AbzeichenSponsor

    Aus Hildebrand, Röhr, Steinmetz:
    Die Deutschen Kriegsschiffe:
    k-IMG_NEW.jpg

    Bedingt durch die Tätigkeit nach 1875 gab es vermutlich nur kurzzeitig immer einen Kommandanten !

    Gruß
    Rainer
     
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  3. Adebar

    Adebar Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo Rainer,

    herzlichen Dank für diese detaillierte Ergänzung!
    Ja, wahrscheinlich lassen sich die Kommandanten nach 1875 nicht mehr ermitteln. Die Dienstzeiten bis 1875 waren ja schon immer sehr kurz.

    Danke nochmal und viele Grüße,
    Dierk
     
  4. Mainschiffer

    Mainschiffer Sponsor AbzeichenSponsor

    Ich kann zwar zur Geschichte dieses Schiffs nichts ergänzendes beitragen, aber diese Petschaft ist ein schönes Stück. Im Handel wurden und werden ja in letzter Zeit einige Petschaften verschiedenster Dienststellen angeboten, von einem Schiff habe ich bisher jedoch noch keine gesehen. Gratuliere.

    Stefan
     
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  5. Adebar

    Adebar Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo Stefan,

    danke für deinen Beitrag. Ja, es waren Hunderte von Stempeln und Siegeln, die damals gefunden wurden.
    Aus dem gleichen Fund habe ich noch ein Pärchen, für Lack und Tinte, von der Kassenverwaltung des Linienschiffs Schlesien. Aus der Reichsmarinezeit. Stelle ich die Tage auch mal vor.

    Würde mich wirklich interessieren, welche Kriegsmarineeinheit das ganze Zeug archiviert, ausgelagert und letztlich irgendwo verklappt hat. Haben alle die gleiche Inventarbezeichnung "R. XIII" mit nachfolgender Nummer.

    Viele Grüße,
    Dierk
     
  6. Junker47

    Junker47 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Es war die Kriegsmarinesammlung Berlin (zuletzt im Zeughaus).
    Dort wurde, anders als heute, frühzeitig damit begonnen, die Marinegeschichte anhand vergangener und gegenwärtiger Ausrüstung zu dokumentieren.
    Mir liegen Nachweisungen ausgemusterter Mützenbänder vor, die für die Reichsmarinesammlung vorgesehen
    waren.
    Außerdem kenne ich kaiserliche Effekten, an die Holzklötzchen mit der gleichen Inventarisierung befestigt waren. Sie bezeichnen R.aum XIII mit nachfolgender Inventarnummer. Irgendwo habe ich auch noch ein Heftchen der Reichsmarinesammlung, in der die einzelnen Sammlungsräume mit Ausstellung beschrieben sind.
    Der Verbleib dieser einzigartigen Sammlung ist nebulös. Teile der Sammlung sollen wohl auf Kähnen über die Spree abtransportiert worden sein, wenigstens ein Kahn wurde versenkt. Aus diesem Kahn wurden später große Teile geborgen und wanderten im Laufe der Jahre über Händler in Sammlerhand. So auch das Dienstsiegel S.M.S. ARMINIUS.
     
    Zuletzt bearbeitet: Juni 21, 2021
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  7. Adebar

    Adebar Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo,

    danke für diesen wertvollen Hinweis.

    Ich weiß nur, daß die Stempel / Siegel irgendwo in Polen gefunden worden sein sollen.
    Der Besitzer hatte sie irgendwann, vielleicht 2015(?) mal in Ciney angeboten. Komplett, im 6 stelligen Bereich.
    Weitere Infos interessieren mich sehr. Z.B. - wann wurde diese Sammlung begonnen?

    Viele Grüße, Dierk
     
  8. Junker47

    Junker47 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Die Sammlung wurde bereits zu Tirpitz Zeiten begonnen.
     
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  9. Junker47

    Junker47 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

  10. Landstürmer

    Landstürmer Sponsor AbzeichenSponsor

    Hallo Adebar,
    habe etwas gefunden. Vielleicht kennst Du es noch nicht.
    Ein Stahlstich von der Armstrong-Ringkanone 21cm die im Kuppelturm der Arminius eingebaut war.

    Gruß
    Landstürmer

    Arminius.jpg
     
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  11. Adebar

    Adebar Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo Landstürmer,

    nein, kannte ich noch nicht - vielen Dank dafür!

    Viele Grüße, Dierk
     
  12. karli

    karli Sponsor AbzeichenSponsor

    Hier zur Ergänzung die Schematische Darstellung eines Geschützturmes der Arminius. k-IMG_NEW_0001.jpg
    Leider war die Darstellung im Buch"Kriegsschiffe unter Segel und Dampf" bereits sehr schlecht.
    Gruß
    Rainer
     

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  13. Adebar

    Adebar Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo Rainer,

    prima - auch dafür allerbesten Dank. Freue mich über jede Ergänzung.

    Demnächst bekomme ich noch einen Scan der Arminius im Schnitt, leider ohne Recht zur Veröffentlichung. Auch einen zeitgenössischen Holzschnitt sollte ich die Tage noch kriegen.

    Viele Grüße, Dierk
     
  14. Adebar

    Adebar Bekanntes Mitglied AbzeichenUser


    Hallo,

    habe jetzt mal diesen Museumsführer bestellt:
    Führer durch das Museum f. Meereskunde in Berlin u. das Museum der Kriegsmarine

    Mal sehen, ob da explizit etwas zu diesem „Raum XIII“ steht und ob da diese Stempel erwähnt werden, sollten ja sehr viele gewesen sein. Wurden wohl kaum alle ausgestellt, die Nummern gehen ja mindestens in den 2000er Bereich, sofern andere Exponate nicht im gleichen Nummernbereich lagen. Diese Mützenbänder wären da natürlich interessant - ob die auch in dem Bereich eine Nummer hatten oder haben.

    Laut Humboldt-Uni Berlin sollen ja viele Bestände 1943 in die Kalkstollen bei Rüdersdorf ausgelagert worden sein, andere durch Fliegerbomben vernichtet und der Rest durch die Sowjets erbeutet worden sein.
    Was mit den Sachen von Rüdersdorf im Anschluß passierte, findet sich so auf Anhieb nicht.

    Viele Grüße, Dierk
     
  15. Mainschiffer

    Mainschiffer Sponsor AbzeichenSponsor

    Es gibt zu dem Thema auch noch das Buch "Eine Ruhmeshalle für Kaisers Flaggen - Die Fahnen und Flaggen der Reichs-Marine-Sammlung im Museum für Meereskunde, Berlin. Wie schon dem Titel zu entnehmen ist geht es in erster Linie um die ausgestellten Flaggen und Fahnen, andere Sammlungsgegenstände werden nur am Rande erwähnt, von Petschaften findet sich nichts. Zum Verbleib der Sammlung wird lediglich ausgeführt: "Ab ca. 1943 wurde damit begonnen, wichtige Exponade in vermeintlich sichere Regionen auszulagern. Die Flaggen der Reichsmarine-Sammlung und ein Großteil der Erinnerungsstücke wurden in die Festungsanlagen von Posen verbracht. Hier verliert sich die Spur all dieser Stück mit Einnahme der Stadt durch die Rote Armee".

    Stefan
     
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  16. Adebar

    Adebar Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Ja, würde passen.
    Polen halte ich für ziemlich gesichert, bezüglich des Fundortes der Siegel…

    Viele Grüße, Dierk
     
  17. Adebar

    Adebar Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo!

    Jetzt habe ich einen Führer durch das Museum für Meereskunde erhalten, vermutlich eine der letzten Ausgaben, eine "42" auf der Rückseite könnte das Druckdatum sein.

    Tatsächlich findet sich ein Hinweis aus Siegel und Stempel von Marinebehörden, allerdings nicht für den Raum XIII sondern für den Raum VI - siehe Anhang. Immerhin paßt es in soweit, daß ja tatsächlich fast ausschließlich solche Objekte von Behörden (und weniger von Schiffen) zirkulieren.

    Ob da im Laufe der Zeit mal von Raum XIII in den Raum VI umdekoriert wurde, oder ob die Inventarisierungsnummer doch eine andere Bewandnis hat, bleibt wohl ungeklärt.

    Viele Grüße, Dierk
     

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  18. Junker47

    Junker47 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Wenn ich meinen Museumsführer wiederfinde, schaue ich mal nach. Ich glaube, ein Exemplar aus den 20/30ern zu haben.
     
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  19. Mainschiffer

    Mainschiffer Sponsor AbzeichenSponsor

    Wenn man da liest, was durch den Krieg alles vernichtet wurde ... :(
    Stefan
     
  20. Junker47

    Junker47 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Aus der Erinnerung aus meinem Museumsführer sah man auch Schubladenschränke. Die könnten durchaus zur Aufnahme flacher Erinnerungsstücke wie Mützenbänder, Effekten, Siegel oder Schriftstücke auch zwischen anderen maritimen Exponaten in anderen Räumen gestanden haben.
     
    Zuletzt bearbeitet: Juni 27, 2021
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