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Sachse mit Fragen

Dieses Thema im Forum "Fotos , Alben & Postkarten" wurde erstellt von Alpenkorps1915, Apr. 14, 2019 um 13:44 Uhr.

  1. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Das stimmt. Am seltsamsten finde ich, daß wir ihn nicht in den VL finden. Sicherlich sind nicht alle Verwundeten in den Listen, aber wieso immer die, die wir in Bearbeitung haben? :confused:
    Übrigens denke ich auch, der Orden ist der bayer. MVO
     
    Zuletzt bearbeitet: Apr. 15, 2019 um 16:24 Uhr
  2. Alpenkorps1915

    Alpenkorps1915 Sponsor AbzeichenSponsor

    Es wird immer spannender ;) aber nach der Kokarde kann er nur Sachse oder Bayer sein. Nur was sollte ein Bayer im tiefsten Sachsen zu schaffen haben? Und "fremdländische" Auszeichnungen sind meiner Meinung nach garn nicht so selten. Allein wenn man an die Bayern denkt, in deren Stammrollen steht immer "preußisches" EK! :) habe auch schon Bayern gesehen, die nur das EK hatten, mehr nicht.

    Viele Grüsse
    Immanuel
     
    Zuletzt bearbeitet: Apr. 15, 2019 um 20:16 Uhr
  3. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Die Kokarde ist sächsisch. Eine bayerische Kokarde würde auch nicht zur SK passen. Mit den Auszeichnungen stimme ich Dir zu, Immanuel
     
  4. IR 134

    IR 134 Sponsor AbzeichenSponsor

    Wenn ich mir die Uniform anschaue, speziell den hohen Kragen, dann ist das ein Eigentumsstück, dazu dann noch die Einjährigen-Schnüre; der Mann gehörte bestimmt der gebildeten Schicht an. Es liegt die Vermutung nahe, dass er Gymnasiast oder sogar Student in Sachsen war, wahrscheinlich Leipzig-Dresden und dergestalt als Bayer dann ich sächsische Dienste kam. Umgekehrt war dies ebenso der Fall: viele nichtbayerische Studenten bspw. in München dienten in bayerischen Einheiten.

    Gruß Stefan
     
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  5. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Das macht Sinn. Mit dem Gedanken kann ich mich gut anfreunden
     
  6. Military-Books1418

    Military-Books1418 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Er MUSS sogar dieser Schicht angehören. Er brauch den entsprechenden Schulabschluss und musste sich als Einjähriger selbst verpflegen mein ich und brauchtest dazu einen Geldnachweis das du dazu in der Lage bist. Du machst den Einjährigen ja eigentlich nur um später Reserveoffizier zu werden. Hierzu musstest du dich nach dem Dienst bei den Regimentern bewerben (die auch ablehnen durften). Und Reserveoffizier bedeutet zudem, das du schön alles selbst bezahlst inkl. Uniform usw. ! Das kann sich zu den Zeiten nur eine Bildungsschicht mit Geld leisten. Oder irre ich, wenn ja korrigiert mich. Student ist eine sehr plausible Möglichkeit. Jedenfalls muss er unter 26? oder so sein (Altersgrenze für EJF)
     
  7. Deichkind

    Deichkind Supermoderator / Ehrenmitglied AbzeichenMod

    In dem Gesetz betr. die Verpflichtung zum Kriegsdienste vom 9. Nov. 1876 heißt es in §11:
    "Junge Leute von Bildung, welche sich während ihrer Dienstzeit selbst bekleiden, ausrüsten und verpflegen..."
    In der Regel mußten sie den wissenschaftlichen Befähigungsnachweis durch Prüfung oder Schulzeugnis nachweisen. Die zur Erteilung der Nachweise berechtigten Schulen waren weiterführende Schulen, also Gymnasien, Realgymnasien etc.. ABER: "kunstverständige oder mechanische Arbeiter, die Herrvoragendes leisten, sowie zu Kunstleistungen angestellte Mitglieder landesherrlicher Bühnen dürfen von dem Nachweis der wissenschaftlichen Befähigung entbunden werden; sie haben sich nur einer Prüfung in den Elementarkenntnissen [Volksschule] zu unterwerfen." (Wehrordnung v. 1888).
    Deichkind
     
  8. Military-Books1418

    Military-Books1418 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Müssen sich trotzdem finanziell das leisten können! Künstler ist eventuell noch klar, aber was wäre ein mechanischer Arbeiter der Hervorragendes leistet ?
     
  9. Deichkind

    Deichkind Supermoderator / Ehrenmitglied AbzeichenMod

    Z.B. Kunstschlosser, Uhrmacher, Werkzeugmacher, Büchsenmacher, etc., dazu Angestellte der staatlichen Bühnen in ähnlichen Funktionen.
    Interessant wäre zu schauen, ob nicht auch über den Weg der Militärwaisenhäuser und Kadettenanstalten, letztere hatten Schulen auf Gymnasiums-Niveau, weniger bemittelte Einjährige zum Zuge kamen.
    D.
     
    Zuletzt bearbeitet: Apr. 16, 2019 um 19:19 Uhr
  10. Military-Books1418

    Military-Books1418 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Mhm , ein handwerklicher Beruf bedeutet ja nicht gleichzeitig eine nicht vorhandene ausreichende Schulbildung. Und hervorragendes geleistet is ja so nen toller Gummiparagraph.

    Gleichzeitig bleibt für mich die Frage offen wie diese, deren Schulbildung offenkundig nicht das erforderliche Niveau hatte, sich finanziert haben (ok Künstler verkaufen Bilder für viel Geld, aber Uhrmacher (der dann Geld hat aber keine Schulbildung) ??)! Denn wie ich das lese sind ja lediglich die Schulanforderungen gesenkt und nicht die Tatsache Uniform, Verpflegung usw. . Während des EJF gabs ja keine Möglichkeit Geld zu verdienen, ergo musstest du etwas auf der Kante haben oder nen Gönner. Das Ziel ist ja immer der Reserveoffizier und damit sein gesellschaftlicher Status und dafür brauchst du auch Geld.

    Eher bleibt die Frage wieviele EJF kamen den 1. Weg und wieviele den 2. ! Ich zähle eine Kadettenschule eher zum 1. Weg.

    Und zum Sachsen : Wenn er Bayer war und in Dresden bei den Sachsen EJF dann hatte er Geld und muss zur Bildungsschicht gehört haben. ;-)

    Was ist eigentlich mit einem Lazarettaufenthalt oder nem Zwischenhalt? Ein Bild in Dresden kannste auch schießen lassen wenn du 1 Tag Aufenthalt hast während du von München nach Posen mit dem Zug fährst. Militärakademie ? Irgendeinen Kursus in Dresden ?

    So genug Verwirrung gestiftet :rolleyes:
     
  11. Deichkind

    Deichkind Supermoderator / Ehrenmitglied AbzeichenMod

    Die Schulbildungsvoraussetzung für Handwerker war deswegen sowieso ausreichend, weil sie für die, die exzellente (Hand)Arbeit leisten, ja per Verordnung extra auf Volksschulniveau gesenkt wurde.
    In der Zeit, die uns interessiert, sagen wir mal zw. 1905-1918 legten im Schnitt 6-7 Prozent der beschulten Jugendlichen die Reifeprüfung ab. Einige davon übernahmen dann Funktionen in den väterlichen Betrieben, die Majorität studierte. Wenn unter 100 Abiturienten einer war, der handwerklich tätig war, ohne vorher studiert zu haben, ist das viel. Heute machen ca. 50% der SchulabgängerInnen Abitur.
    Das nur zu diesem Punkt. Bei den Künstlern ist weniger an Akademische Künstler gedacht (die, die für viel Geld hoffen ihre Bilder zu verkaufen), sondern an Kulissenmaler/Dekorationsmaler im staatlichen Theater. Die waren Angestellte und verdienten in der Tat nicht viel. Allerdings gab es eben auch zu der Zeit viele Schulabgänger ohne Abitur, deren Eltern durchaus in der Lage waren, für ihre Kinder in Vorkasse zu treten. Wie gesagt: Abiturienten machten nur ca. 7% der Schulabgänger aus. Die finanziell potente Mittelschicht, zu der spätestens durch den Aufschwung nach dem Krieg 1870/71 (und der überstandenen Weltwirtschaftskrise 1873) auch Teile der Handwerkerschaft und des nichtakademisch geschulten Handels gehörten, machte mehr aus als diese 7%.
    2. Ob es sich bei dem Abgebildeten um einen vermögenden Menschen handelt war keine Frage, die mich vordergründig interessiert. Meine Bemerkungen verstehen sich eher allgemein auf die damalige Zeit und Umstände.
    Deichkind
     
    Zuletzt bearbeitet: Apr. 16, 2019 um 20:22 Uhr
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  12. Military-Books1418

    Military-Books1418 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Dankeschön für diese Erläuterung, das erhellt das Ganze etwas :)
     
  13. Deichkind

    Deichkind Supermoderator / Ehrenmitglied AbzeichenMod

    Gerne,
    trotzdem wird es im Übrigen der Mehrzahl der Handwerker etc. schwer bis unmöglich gewesen sein, eine solche Karriere einzuschlagen. Daher ist Deine Frage durch mich nur teilweise beantwortet. Wäre interessant zu erfahren, ob es für talentierte Burschen event. Stipendien oder Freistellen gab.
    Gruß,
    Deichkind
     
  14. Alpenkorps1915

    Alpenkorps1915 Sponsor AbzeichenSponsor

    Interessant, wohin die Diskussion verläuft ;)

    Ich würde mich dabei eher fragen, was es einem Handwerker gebracht hätte, Einjähriger zu sein? Allein der Reserveoffizier machte ja noch keinen "besseren" Menschen aus ihm, wenngleich natürlich das gesellschaftliche Ansehen durchaus gestiegen sein mag. Den Vorteil, den ich mir vorstellen könnte, wäre eher der zeitliche Askpekt, sprich nur ein Jahr dienen anstelle von zwei oder gar drei Jahren, was wiederum bedeutet man kann eher wieder arbeiten und Geld verdienen.

    Aber ich denke, wie Klaas das schon sagte, für diejenigen, die heute den Mittelstand bilden würden, also Handwerker und Handwerksmeister, war das Ganze zur damaligen Zeit wohl kaum erreichbar.

    Meine beiden Urgroßväter waren beide Schmied von Beruf und beide haben ganz regulär ihre zwei Jahre bei der sächs. Feldartillerie "abgerissen", trotz das bei einem der Vater einen eigenen Betrieb hatte und scheinbar auch nicht ganz mittellos war.

    Ich denke man sollte bei den Einjährigen den finanziellen Aspekt nicht unterschätzen.

    Gruß
    Immanuel
     
  15. Deichkind

    Deichkind Supermoderator / Ehrenmitglied AbzeichenMod

    Hallo,
    ja, da bin ich ganz bei Dir und Patrick. Ich denke es waren Ausnahmen, die aber sicher vorkamen (sonst gäbe es ja keine Notwendigkeit entsprechende Verordnungen ins Leben zu rufen). Und wie gesagt, es waren eher solche Handwerkszweige, die auf dem mechanischen Gebieten schon in der Nähe des Kunsthandwerks anzusiedeln sind.
    Deichkind
     
  16. Military-Books1418

    Military-Books1418 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Ja, der Einjährige ist so ein Thema. Hab da selber so ein Kuriosum in der Familie. Aber da weiß ich das Geld offenkundig nicht das Thema war. Aber wenn man sich die Anzahl der Reserveoffiziere anschaut im Friedensheer war es schon exklusiver. Gute Frage ob es Stipendien gab. Also ein Stipendium für den EJF kann ich mir vorstellen, aber wer bezahlt dann quasi den Reserveoffizier später. Oder war es wirklich ein Nutzen dadurch nur 1 Jahr aus dem Beruf raus zu sein ? Spannendes Thema jedenfalls.

    Auf was hat man sich bei dem Bild den nun geeinigt um zum Thema zurückzukommen. Ist er zu 100 % Sachse ? (Ich weiß Ruhrpottpreuße hat sehr sehr sehr oft nen Riecher ... ) Wenn er nur quasi Student war und eben in Dresden studiert hat (fände ich plausibel) und nen VWA hat muss er dich iwo zu finden sein mit seinem Namen oder ?
     
  17. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Hallo Patrick!
    Nicht nur einen Riecher, auch vier Augen... Und die Kokarde ist sächsisch und die Einheit auch.
     
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