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Kriegsanleihen -Finanzquelle des Krieges-

Dieses Thema im Forum "Urkunden & Dokumente / Autographen" wurde erstellt von karli, Okt. 16, 2020.

  1. karli

    karli Sponsor AbzeichenSponsor

    Dieses Thema hatten wir ja schon mehrfach leider nicht zusammenfassend. Einiges zu diesem Sachverhalt:
    Um die gigantischen Ausgaben für Heer und Flotte finanzieren zu können, gab das Deutsche Reich Kriegsanleihen heraus. Und viele Bürger griffen zu, weil sie ihre Soldaten an der Front unterstützen wollten.

    Auf diesem Weg konnte der Staat allein mit der ersten Anleihe 1914, zu Beginn des Krieges, 4,5 Milliarden Reichsmark einsammeln.
    Bis zum Ende des Krieges 1918 gab Deutschland insgesamt neun Anleihen heraus und nahm immer größere Summen ein, 1918 in der Spitze 15 Milliarden Reichsmark. Alles in allem lieh sich die Regierung bei der Bevölkerung dadurch 98 Milliarden Reichsmark und konnte damit rund 85 Prozent der Kriegskosten abdecken.
    Das sollte ,man sich mal auf die Zunge zergehen lassen: 98 Milliarden Reichsmark.
    Angestellte, Bauern und Handwerker, Arbeiter, letztlich kleine Leute, die etwas auf der hohen Kante hatten, zeichneten Kriegsanleihen, die zweimal jährlich aufgelegt wurden, und bekamen dafür eine Verzinsung von einheitlich fünf Prozent. Die Papiere wurden über Banken verkauft und auch - das war damals neu - über Sparkassen. Die Titel gab es in Papierform in der Regel ab 100 Reichsmark. Das entsprach etwa dem Monatslohn eines Facharbeiters.

    Da zu Kriegszeiten viel Geld im Umlauf war, aber nur wenig gekauft werden konnte, sahen die meisten in den Kriegsanleihe grundsätzlich eine gute Geldanlage, in die sie ihr Geld freiwillig investierten.Zumal der Reichstag selbst für die Sicherheit der Anleihen gerade stand.

    Die Kriegsanleihen wurden stark beworben. Was wir ja auch schon in anderen Themen hatten, so unter anderen:

    https://www.feldgrau-forum.com/threads/drei-plakate-kriegsanleihe-etc.18735/
    https://www.feldgrau-forum.com/threads/allerlei-von-den-kriegsanleihen.21522/

    Tatsächlich erreichte der Staat durch die Werbung, dass nicht mehr nur wie bisher die Mittelklasse, sondern zum ersten Mal wirklich auch die Arbeiterschaft bei den Anleihen zugriff. Diese Kredite wurden von der Reichsbank vorfinanziert. 1919 betrugen die Gesamtschulden inklusive der kurzfristigeren Verbindlichkeiten rund 156 Milliarden Reichsmark – eine immense Summe. Seinen nominalen Höchststand erreichte der Schuldenberg inflationsbedingt im November 1923 mit schwindelerregenden 190 Trillionen Mark.
    "Nach Kriegsende musste für tausende Soldaten eine neue Arbeit her", erklärt Wirtschaftshistoriker Plumpe. "Die Regierung hatte Angst, dass sonst eine Revolution ausbricht." Deshalb beschleunigte man die Notenpresse an und verursachte eine Hyperinflation. Das hatte immerhin den Vorteil, dass dadurch der Eindruck enstand, Deutschland könne die von den Alliierten geforderten Reparaturzahlungen nicht leisten.

    Für die Kriegsanleihen hatte die Inflation aber einen verheerenden Effekt: Mit der massiven Geldentwertung wurden die Anleiheforderungen faktisch wertlos. Bis 1923 war Deutschland damit seine gesamten Langfrist-Schulden im Inland los. Und die Anleger? Die hatten das Nachsehen. Um es einfach zu formulieren:"Die Deutschen wurden enteignet".
    (Quelle:boerse.ard.de/boersenwissen/boersengeschichte-n/die-finanzquelle-des-krieges)

    Im Anhang eine Urkunden von Kriegsanleihen ,auch die von Sparkasse !Darunter einmal Marine SMS Frankfurt,von einem Musketier aus einem Feldrekrutendepot, sowie einmal für einen Zivilisten)

    Gruß Rainer
     

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