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Kolonie-erfahrener Richtschütze u. Sergeant der Feldartillerie-Schießschule mit DSWA Denkmünze

Dieses Thema im Forum "Fotos , Alben & Postkarten" wurde erstellt von Deichkind, Apr. 10, 2021.

  1. leutwein

    leutwein Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo Maxim,

    mich hat nur dein Kommentar etwas gestört:

    "Der Sergeant war vermutlich ein spitzenmäßiger Unteroffizier in einer Einheit, die eine Batterie nach Afrika gestellt hat. Im Anschluß wurde er als erfahrener Ausbilder zur FAS versetzt."

    Also die Artillerie-Regimenter haben keine Einheiten der Schutztruppe zur Verfügung gestellt, das war alles ein bunter Haufen (sprich Freiwillige aus allen Waffengattungen und Kontigenten).

    Welche Kriegserfahrung hatte er denn? Die Guerilla-Taktik wurde bestimmt nicht an solchen Schulen gelehrt. Zumindest bezweifle ich es, dass man den Versuch unternommen hat Erfahrungen aus den Kolonialkriegen auf den europäischen Kriegsschauplatz umzusetzen.

    Außerdem wer sagt denn, dass der Herr überhaupt Kriegserfahrungen hatte? Es gab nicht wenige Schutztruppler die an keinen Gefechtshandlungen teilgenommen haben. Während des Zweiten Weltkrieges hatte ja auch nicht jeder Besatzungssoldat Erfahrungen mit frz. Partisanen gesammelt.

    Daher sehe ich nicht zwingend einen Zusammenhang, dass ein Afrika-Veteran ein Top-Kandidat für die Feldart. Schießschule war. Er könnte ja genauso als Ausbilder von der Feldart. Schießschule ins Münsterlager kommandiert worden sein, um die unerfahrenen Schutztruppler auszubilden und als Lohn hat er die Denkm. aus Stahl erhalten....
     
  2. Maxim

    Maxim Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Moin Leutwein,

    die FAS bildete nicht nur speziell für DSW aus

    Die FAS hatte die Aufgabe Feldartillerie-Offiziere vom Zugführer bis zum Abteilungskommandeur aus- und weiterzubilden.

    Das nötige Personal für die Geschütze wurde speziell ausgewählt.

    Ob der Sergeant jetzt an Kämpfen teilgenommen hat, ist eine Vermutung von mir, die durch die Auszeichnung gestützt wird.
    Zumindest ist die Wahrscheinlichkeit bei diesem Sergeanten höher, dass er einen scharfen Schuß auf nicht markierten Feind abgegeben hat, als bei anderen Sergeanten ohne Auszeichnung.

    Daher meine Vermutung, dass "ausgezeichnetes" Personal eher den Weg zur FAS fand als nicht ausgezeichnetes Personal.

    Von einer Feldartillerieschießschule in Munsterlager vor 1914 war mir nichts bekannt. Vielleicht kannst Du mir hierfür Quellen nennen.

    Ob sich die Artillerie Bedienungen in DSW jetzt nur aus zusammengewürfelten Mannschaften zusammensetzte ergibt sich zumindest aus deiner hektrografierten Seite über die Telegraphenabteilung nicht zwingend.

    Gruß
    T
     
  3. dragoner

    dragoner Sponsor AbzeichenSponsor

    Hallo Maxim ,
    von welcher Auszeichnung schreibst Du
    Gruß
    Hans-Dieter
     
  4. Maxim

    Maxim Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Bild Eins zeigt den Sergeanten mit einer Auszeichnung, die Leutwein als DSWA Denkm. aus Stahl identifizierte
     
  5. leutwein

    leutwein Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Nein das habe ich nicht;) Ich habe nur die Möglichkeit erwähnt, dass neben der Denkm. aus Bronze auch die Denkm. aus Stahl denkbar wäre!
     
  6. leutwein

    leutwein Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo,

    ich habe nichts von einer FAS in Munsterlager geschrieben! Ich habe nur geschrieben, dass die Schutztruppler im Munsterlager provisorisch ausgebildet wurden:

    http://www.munsterlager.com/dswafotos.html

    Demzufolge kamen auch Reitlehrer/ Kavalleristen und Feldartilleristen dort zum Einsatz um bei der Schulung der Schutztruppler mitzuwirken! Daher wäre die Vermutung nicht abwegig, dass ein Kandidat von der FAS ins Munsterlager kommandiert wurde, um die Schutztruppler auszubilden!

    Also ich beschäftige mich ja schon etwas länger mit dem Gebiet Schutztruppe und ich kann versichern, dass es generell ein bunter Haufen war! Aber ein Blick in die Verlustliste bestätigt, dass nicht nur erfahrene Artilleristen in einer Batterie in DSWA vertreten waren, sondern auch Infanteristen und Kavalleristen!

    http://www.denkmalprojekt.org/verlustlisten/vl-herero-aufstand2.html

    Die Denkm. aus Bronze ist nicht zwingend ein Beleg dafür, dass wir hier einen erprobten Kämpfer haben:

    https://www.traditionsverband.de/schutztruppe/sw_afrika.html

    Die Denkm. aus Bronze belegt nur, dass der Träger zum Zeitpunkt des Aufstandes in DSWA war und zwar als Militärangehöriger! Weiterhin erlaubte der Kaiser, dass jeder Militärangehöriger das Recht habe die Gefechtsspangen Hereroland und Groß-Namaland zu tragen. Das bedeutet, dass sogar jene Herren für die zwei Gefechtsspangen in Frage kamen, die nie einen Schuss gehört haben, weil sie an der Küste (Etappe) oder generell fernab vom Aufstandsgebiet eingesetzt wurden. Somit ist die DSWA-Denkm NICHT zwingend ein Beweis dafür, dass der Träger Kampferfahrungen hat! Und wenn die Person gar die DSWA-Denkm. aus STAHL trägt, dann hat er noch nicht mal einen Fuß auf afrikanischen Boden gesetzt!

    Die Brust eines ausgezeichneten Veteranen sieht für mich eher so aus:

    K1600_Vzfw Keßler.JPG

    Grüße
     
    Ruhrpottpreuße und Edelweiß21 gefällt das.
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