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Kolonie-erfahrener Richtschütze u. Sergeant der Feldartillerie-Schießschule mit DSWA Denkmünze

Dieses Thema im Forum "Fotos , Alben & Postkarten" wurde erstellt von Deichkind, Apr. 10, 2021.

  1. Deichkind

    Deichkind Supermoderator / Ehrenmitglied AbzeichenMod

    Hi,
    vielleicht für den einen oder anderen interessant.
    D.
    xxFeldartillerieschießschule .jpg
     
  2. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Klasse Bild!
    Er wird aber nicht mit FAS in Afrika gewesen sein. Vermutlich nach seinem Dienst dort in die FAS versetzt.
     
  3. Deichkind

    Deichkind Supermoderator / Ehrenmitglied AbzeichenMod

    Ja, das denke ich auch.
    D.
     
  4. leutwein

    leutwein Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo zusammen,

    tolles Photo:)

    Rein theoretisch wäre es ja auch möglich, dass der Herr gar nicht in Südwest war! Er könnte ja bei der Ausbildung von Schutztrupplern mitgewirkt haben und dafür die DSWA-Denkm. aus Stahl erhalten haben.

    Gibt es sowas wie eine Regimentsgeschichte für die Feldart.-Schießschule?

    Viele Grüße
     
  5. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Nicht, daß ich wüßte...
     
  6. Edelweiß21

    Edelweiß21 Fachgebiet Großherzogtum Oldenburg AbzeichenUser

    Ausdrucksstarkes Foto. Gefällt mir.

    Gruß
    Denis
     
  7. leutwein

    leutwein Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Schade, ich konnte nämlich im Netz nichts finden, dass Schutztruppeneinheiten auch in Jüterbog ausgebildet wurden (zw. 1905-1908). Aber es wäre nicht auszuschließen, dass der Herr nach Munsterlager abkommandiert wurde und den Infanteristen/ Kavalleristen (welche für die Schutztruppe angenommen wurden) das ABC im Artillerie-Handwerk beigebracht hat. Wäre mMn auch eine Option, nebst der Möglichkeit eines aktiven Teilnehmers an den Kämpfen in Südwestafrika.

    Viele Grüße
     
  8. Deichkind

    Deichkind Supermoderator / Ehrenmitglied AbzeichenMod

    Moin,
    interessante Überlegung!
    @ Denis: Danke für den Zuspruch!
    D.
     
  9. Edelweiß21

    Edelweiß21 Fachgebiet Großherzogtum Oldenburg AbzeichenUser

    Gerne, wenn hier schöne Fotos vorgestellt werden muss man auch was dazu schreiben. Auch wenn ich zum Thema Kolonialtruppen (nicht Klonial... wer sich noch erinnert) nicht viel beitragen kann.

    Gruß
    Denis
     
  10. joehau

    joehau Moderator / Sponsor AbzeichenMod

  11. Deichkind

    Deichkind Supermoderator / Ehrenmitglied AbzeichenMod

    Yo! Geändert. Danke. Auch für den Hinweis zum Säbel. Kenne die Abk. n/A für "neue Art".
    Wofür steht bitte n/M?
    Deichkind
     
  12. joehau

    joehau Moderator / Sponsor AbzeichenMod

    n/M steht für neues Modell. Das war aber ein Schreibfehler meinerseits. Der ab
    1896 gekürzte, bzw. ab dann kurz hergestellte Artilleriesäbel heißt n/A - neuer Art.
     
  13. Deichkind

    Deichkind Supermoderator / Ehrenmitglied AbzeichenMod

    Alles klar, danke!
    D.
     
  14. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Hallo!
    Nicht unbedingt. Wachtmeister bezieht sich nur auf berittene Truppen. Bei der Feldartillerie gab es ja "reitende" und "fahrende" Batterien.

    Brockhaus 1908:
    Wachtmeister,
    bei den berittenen Truppen (Kavallerie, reitende Artillerie, Train) des deutschen Heers die höchste Unteroffizierscharge einer Eskadron, Batterie oder Compagnie, dem Feldwebel der Fußtruppen entsprechend.

    Da er ja den Art.-Säbel für Mannschaften und Unteroffiziere trägt, haben wir keinen Vizewachtmeister, sondern "nur" einen Sergeanten. Da er aber einen Faustriemen trägt, gehört er den Berittenen an. Die FAS hatte keine reitende Abteilung, so daß er berittener Sergeant einer fahrenden Abteilung ist.
    Die DSWA-Denkmünze wurde übrigens am 19.3.1907 gestiftet.
     
    Zuletzt bearbeitet: Apr. 12, 2021
  15. joehau

    joehau Moderator / Sponsor AbzeichenMod

    Spricht nicht auch sein Koppelschloss für einen 'Berittenen'?
     
  16. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Moin Jörg!
    Ja, das kommt noch dazu!
    Der Unterschied zwischen reitenden und fahrenden Abteilungen ist übrigens der, daß reitende Abteilungen nur vier Geschütze pro Batterie hatten (fahrende Abteilungen derer sechs). Der Hauptunterschied ist nur der, daß die fahrenden Abteilungen im Mobilmachungsfalle den Infanteriedivisionen zugeteilt sind, die reitenden Abteilungen aber den Kavalleriedivisionen.
    Noch ein Unterschied ist, daß bei den fahrenden Batterien die Bedienungsmannschaften auf dem Geschütz, der Protze oder den Munitionswagen mitfahren, bei den reitenden Batterien reiten sämtliche Mannschaften.
    Deshalb ist der Pferdeetat bei den reitenden Batterien auch höher.
    Friedensetat Stand 1909:
    Niedriger Etat
    fahrende Batterie: 4 Offiziere, 102 Uffze und Mannschaften, 48 Pferde
    reitende Batterie: 4 Offiziere, 93 Uffze und Mannschaften, 76 Pferde
    Mittlerer Etat
    nur fahrende Batterie: 4 Offiziere, 115 Uffze und Mannschaften, 63 Pferde
    Hoher Etat
    fahrende Batterie: 4 Offiziere, 127 Uffze und Mannschaften, 75 Pferde
    reitende Batterie: 5 Offiziere, 121 Uffze und Mannschaften, 120 Pferde

    Welche Regimenter nun welche Abteilungen hatte, ist verschieden.
    1896 war die Verteilung:
    Beide Garderegimenter und die Linienregimenter 2, 4, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 14, 15, 31, 34, b1, b2 hatten 3 fahrende und 1 reitende Abteilung.
    Die Regimenter 1, 3, 5, 17 hatten 4 fahrende und 1 reitende Abteilung.
    Die Regimenter 13, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 26, 27, 29, 30, 32, 33, 36, b3, b4 hatten nur 4 fahrende Abteilungen.
    Die Regimenter 25 und 28 hatten 3 fahrende Abteilungen, wobei 25 in der II.Abteilung 1 reitende Batterie hatte.
    b5 hatte nur 2 fahrende und 1 reitende Abteilung.
    Die fahrende Abteilung besteht in der Regel aus 3 Batterien, bei 5 Abteilungen jedoch nur aus 2. Die reitende Abteilung zählt gewöhnlich 2 Batterien, nur bei 2 Abteilungen deren 3.
    Jedes Geschütz wird von 6 Pferden gezogen.
    Ob ein Regiment nun einen niedrigen, mittleren oder hohen Etat bekommt, wird alljährlich neu bestimmt und auch in der Regel in den AVB bekannt gegeben.
    Das richtet sich immer nach der politischen (und evtl. der finanziellen) Lage. Einen hohen Etat bekommen meistens die Regimenter in den Grenzregionen.
     
    Zuletzt bearbeitet: Apr. 12, 2021
    dragoner gefällt das.
  17. Deichkind

    Deichkind Supermoderator / Ehrenmitglied AbzeichenMod

    Vielen Dank für die Ausführlichen Erklärungen.
    D.
     
  18. Maxim

    Maxim Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Moin Kollegen,

    als Ergänzung:
    Quelle: E. Hartmann, Militär-Hand-Wörterbuch für Armee und Marine, Leipzig 1896

    Feld-Artillerie-Schießschule
    in Jüterbog, zur Ausführung von Versuchen und zur Ausbildung der Offiziere im Schießen.
    Die Schießschule ergänzt sich durch Abgaben der Regimenter.

    Der Sergeant war vermutlich ein spitzenmäßiger Unteroffizier in einer Einheit, die eine Batterie nach Afrika gestellt hat. Im Anschluß wurde er als erfahrener Ausbilder zur FAS versetzt.



    Wachtmeister: der älteste Unteroffizier bei der Kav., der Feldartillerie und dem Train
     
  19. leutwein

    leutwein Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo zusammen,

    also so einfach war das nicht! Ich denke der folgende Ausschnitt aus einem Erfahrungsbericht, zeigt deutlich wie vermischt die Einheiten in Südwest waren und die Schutztruppler nicht zwingend nach ihrer Fähigkeit eingesetzt wurden:

    Feldtelegraphen-Abt..jpg


    Grüße
     
    dragoner gefällt das.
  20. Maxim

    Maxim Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Moin Leutwein,

    ich bin nicht sicher inwieweit dein Auszug über die Telegrapheneinheit meinem Auszug über die Feldartillerieschule widerspricht.

    Der Sergeant war vermutlich schon 1904 kein unausgebildeter Rekrut.
    Als Artillerist hat er vor allem Kriegserfahrung.
    Etwas, was zwischen 1900 und 1914 nicht mehr allgemein üblich war.
    Er wurde daher vermutlich von seinem Regiment zur FAS, Pflanzschule der Artillerie, versetzt, um da seine Erfahrung nutzbar zu machen.
     
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