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Füsilier-Seitengewehr M/60

Dieses Thema im Forum "Füsilier-Seitengewehr M/60 - Preussen" wurde erstellt von joehau, Sep. 15, 2012.

  1. joehau

    joehau Moderator / Sponsor AbzeichenMod

    Modell: Füsilier-Seitengewehr M/60 - Preußen

    Gesamtlänge: 635 mm
    Klingenlänge: 510 mm
    Klingenbreite: 31 mm
    Länge der Scheide: 533 mm
    Durchmesser Laufring: 21,4 mm
    Masse Seitengewehr: 808 g
    Masse Scheide: 210 g


    Hersteller: F.Hörster, Solingen

    Gewehr: Dreyse Zündnadel-Füsiliergewehr M/60, Kaliber 15,2 mm


    Stempel:

    Herstellermarke 'F.HÖRSTER, SOLINGEN' auf Fehlschärfe links
    militärfiskalischer Eigentumstempel 'Krone über FW61' und Revisorstempel
    auf Fehlschärfe rechts, der Parierstange vorn klingenseitigund dem Scheidenkörper
    2 Revisorstempel auf der Angel am Griffrücken, 1 Revisorstempel am Griffkopf
    neben der Drückerfeder, einer auf dem Deckblech, je einer auf Mund- und Ortblech
    Stücknummer 196 auf dem Griffrücken und dem Scheidenkörper,
    195 auf Parierstangenarm links, 68 auf der Haltefederschraube

    kein Truppenstempel


    Beschreibung:

    Gefäß aus Messingguss, Vorderseite 19 diagonale Rippen, Rückseite glatt
    schnabelförmiger Griffkopf, zur Hälfte des Griffes durchgehende Angel
    Griff durch Eisenniet und Schraube der Haltefeder mit der Angel verbunden
    außenliegende Haltestiftfeder, eiserner Drücker
    S-förmig geschwungene Parierstange aus Eisen mit integriertem Laufring
    T-Nut 30 mm
    geschmiedete, einschneidige Steckrückenklinge mit Schör und Mittelspitze
    schwarze Lederscheide mit Messingblechbeschlägen, Ortknopf
    Mund- und Ortblach mit dem Leder einseitig verdrahtet
    Deckblech mit Haltefedereinsatz durch 1 Schraube auf der Rückseite gesichert
    aufgelöteter, länglich ovaler Tragehaken


    Anmerkungen:

    Die Annahme des Füsilier-Seitengewehrs M/1860 erfolgte am 04. 08. 1860. Das gezeigte
    Stück ist 1861 abgenommen worden. Insgesamt wurden 101.886 Stück hergestellt, wovon
    ca. die Hälfte in den Artilleriedepots eingelagert wurden, die andere Hälfte zusammen mit
    dem Dreyse Zündnadelgewehr an die aktive Truppe verausgabt.

    Als einzige Marine-Formation wurde das See-Bataillon mit dem Füsilier-Gewehr M/60 nebst
    Seitengewehr ausgerüstet.

    Bereits am 22. 03. 1872 wurde das Gewehr M/71 mit dem Infanterie-Seitengewehr M/71
    eingeführt. Der Laufring der Füsilierseitengewehre M/60 wurde auf 17,4 mm ausgebuchst
    und als Artillerie-Seitengewehr M/71 für die Fußartillerie weitergeführt.

    Das gezeigte Stück besitzt keinen ausgebuchsten Laufring und wurde vermutlich nie an die
    aktive Truppe ausgegeben. Demzufolge trägt es auch keinen Truppenstempel.

    Mit Einführung des Gewehrs 98 wurde ein Teil dieser Artillerie-Seitengewehre M/71 erneut
    aptiert, die M/60 Klinge mit einem Griff passend für das Mauser System versehen und als
    Artillerie-Seitengewehr 71/98 geführt.

    Das FS M/60 trägt als einziges den fiskalischen Eigentumstempel auf der Fehlschärfe.
    Alle anderen preussischen Seitengewehre ( wenn überhaupt ) auf dem Klingenrücken.
    Beim gezeigten Stück ist der besagte Stempel auf dem Scheidenkörper noch gut sichtbar,
    was bei getragenen Stücken durch die Lederpflege meistens nicht mehr der Fall ist.

    Klingen aus Gußstahl tragen neben dem Herstellerstempel ein 'G'.


    Als Hersteller des FS 60 sind bekannt:

    Alexander Coppel & Cie., Solingen
    A.u.E. Höller, Solingen
    Clemen & Jung, Solingen
    E.u.H. Neuhaus, Solingen
    F.Hörster, Solingen
    Gebr.Weyersberg, Solingen
    Gottfried Weyersberg, Solingen
    J.E.Bleckmann&Cie., Solingen
    P.D.Lüneschloss, Solingen
    S&K - Schnitzler & Kirschbaum, Solingen
    V. Jung, Suhl
    Wilhelm Clauberg, Solingen
     

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  2. joehau

    joehau Moderator / Sponsor AbzeichenMod

    Modell: Füsilier-Seitengewehr M/60 - Kaiserliche Marine

    Gesamtlänge: 635 mm
    Klingenlänge: 508 mm
    Klingenbreite: 31 mm
    Länge der Scheide: 538 mm
    Durchmesser Laufring: 21,4 mm


    Hersteller: F.Hörster, Solingen

    Gewehr: Dreyse Zündnadel-Füsiliergewehr M/60 bzw. M/62, Kaliber 15,2 mm


    Stempel:

    Herstellermarke 'F.HÖRSTER, SOLINGEN' auf Fehlschärfe links
    militärfiskalischer Eigentumstempel 'Krone über FW61' und Revisorstempel auf
    Fehlschärfe rechts und der Parierstange vorn klingenseitig
    auf dem Scheidenkörper unleserlicher 'Krone über W' Stempel
    2 Revisorenstempel auf der Angel am Griffrücken, 1 Revisorstempel am Griffkopf
    neben der Drückerfeder, einer auf dem Deckblech, je einer auf Mund- und Ortblech
    Stücknummernstempel 7505 auf dem Griffrücken und unleserlich auf dem Scheidenkörper
    178 auf der Haltefederschraube
    gelöschter Truppenstempel 11.C.6. auf dem Messinggriff
    Truppenstempel auf der Parierstange körperseitig I. W.D. 576 - I. Werftdivision, 576.Waffe
    Truppenstempel auf dem Tragehaken I. W.D. 436 - I. Werftdivision, Waffe Nr. 436
    gelöschter Truppenstempel auf dem Mundblech S.B.5.196. - Seebataillon, 5.Compagnie, 196.Waffe


    Beschreibung: s.o.


    Anmerkungen:

    Als einzige Marine-Formation wurde mit AKO vom 06.02.1862 das See-Bataillon mit dem
    Füsilier-Gewehr M/60 nebst Seitengewehr ausgerüstet. Die dem See-Bataillon unterstellten
    See-Artillerie Compagnien erhielten gem. AKO vom 27.07.1871 das Füsilier-Gewehr M/62.
    Nach Umbewaffnung des Seebataillons auf Gewehr 71 kamen die M/60 zur I.Werft-Division
    nach Kiel.

    Das gezeigte Seitengewehr besitzt deshalb keinen für das Gewehr 71 ausgebuchsten Laufring.
    Aus den beiden Werftdivisionen wurde der Mannschaftbedarf an Maschinisten, Heizern,
    Handwerkern usw. gedeckt, so daß keine moderne infanteristische Bewaffnung erforderlich war.
     

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    Zuletzt bearbeitet: Dez. 18, 2018
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  3. joehau

    joehau Moderator / Sponsor AbzeichenMod

    Modell: Füsilier-Seitengewehr M/60 - Kaiserliche Marine

    Gesamtlänge: 635 mm
    Klingenlänge: 508 mm
    Klingenbreite: 32 mm
    Länge der Scheide: 538 mm
    Durchmesser Laufring: 21 mm

    Hersteller: A&E Höller, Solingen


    Stempel:

    Herstellermarke 'A&E HOLLER, SOLINGEN' auf Fehlschärfe links
    militärfiskalischer Eigentumstempel 'Krone über FW61' und Revisorstempel auf Fehlschärfe rechts
    Stempel 'Krone über FW61' und Revisorstempel auf der Parierstange vorn klingenseitig gestrichen
    auf dem Scheidenkörper Stücknummer 4957, auf dem Griffrücken Nr. 49
    2 Revisorenstempel auf der Angel am Griffrücken,
    1 Revisorstempel am Griffkopf neben der Drückerfeder
    einer auf dem Deckblech, je einer auf Mund- und Ortblech
    einer auf dem Lederkörper
    Truppenstempel S.A.C. 227 auf dem Mundblech - See-Artillerie Compagnie ( ? ) 227.Waffe
    Truppenstempel S.B.4.139 auf der Parierstange - Seebataillon 4. Compagnie 139. Waffe
     

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  4. joehau

    joehau Moderator / Sponsor AbzeichenMod

    Modell: Füsilier-Seitengewehr M/60 - Preußen

    Gesamtlänge: 635 mm
    Klingenlänge: 510 mm
    Klingenbreite: 31 mm
    Länge der Scheide: 530 mm
    Durchmesser Laufring: 21,4 mm

    Hersteller: P.D.Lüneschloss, Solingen

    Gewehr: Dreyse Zündnadel-Füsiliergewehr M/60, Kaliber 15,2 mm


    Stempel:

    Herstellermarke 'P.D.LÜNESCHLOSS, SOLINGEN' auf Fehlschärfe links
    militärfiskalischer Eigentumstempel 'Krone über FW61' mit Revisorstempel
    auf Fehlschärfe rechts und der Parierstange vorn klingenseitig
    2 Revisorstempel auf der Angel am Griffrücken, 1 Revisorstempel am Griffkopf
    neben der Drückerfeder, einer auf dem Deckblech, je einer auf Mund- und Ortblech
    Stücknummer 3751 auf dem Griffrücken

    Truppenstempel auf der Parierstange links: 86.R.3.211
    - Füsilier-Regiment Königin (Schleswig-Holsteinsches) Nr. 86, 3.Compagnie 211.Waffe
    gestrichener Truppenstempel auf dem Mundblech körperseitig: 86.R.7.153
    - Füsilier-Regiment Königin (Schleswig-Holsteinsches) Nr. 86, 7.Compagnie 153.Waffe
    Truppenstempel auf dem Mundblech körperseitig: 11.A.F.1.168
    - 1. Westpreußisches Fußartillerie-Regiment Nr.11, 1.Batterie, 168.Waffe


    Anmerkungen:

    1872 führte man das Gewehr M/71 mit dem Infanterie-Seitengewehr M/71 ein.
    Die Füsilierseitengewehre M/60 wurden durch Ausbuchsen der Laufringe auf
    17,4 mm angepasst, um sie als Artillerie-Seitengewehr M/71 bei die Fußartillerie
    zu verwenden. Das gezeigte Stück besitzt jedoch keinen ausgebuchsten Laufring,
    gelangte also vermutlich nicht zur Fußartillerie.

    Die Scheide dagegen wechselte zur Fußartillerie, wie der Truppenstempel belegt.
     

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